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Heute Abend in Lüdinghausen: Elfmeterschießen nach Verlängerung

Lüdinghausen – Eigentlich ist es egal, wer heute Abend das Duell der beiden Wettbewerber um den Bau des Shoppingcenters an der Konrad-Adenauer-Strasse gewinnt. Auch wenn das Elfmeterschießen in der Sitzung des Rates heute unter dem Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden wird, so steht das Ergebnis doch schon fest. Lüdinghausen wird in jedem Fall verlieren. Weil „wir“ dafür sind, statt dagegen.

Es ist eine kommunal-politische Lektion, die Bürgermeister Borgmann uns erteilt – und für deren konsequenten Vollzug ihm tatsächlich jeder Respekt gehört! Denn so wie er die Lüdinghauser mit dem heute zur Abstimmung stehenden Projekt erfolgreich manipuliert hat, schaffen das heute nur mehr ganz wenige Politiker in einer vergleichbaren Position.

Das „Kino“ verhalf dem Bürgermeister nicht nur im Hinspiel zu einem historisch knappen Sieg der Bürgermeisterwahl in 2015, dieses „Kino“ ermöglicht ihm im Rückspiel heute die Vermarktung des prominentesten Grundstücks seiner Stadt und die Ansiedlung eines Shoppingcenters jenseits der Innenstadt, ohne auch nur grundsätzliche Diskussionen über die Auswirkungen dieses Projektes auf die Zukunft unserer Kleinstadt geführt haben zu müssen.

Heute geht es um’s Kino“ überschreibt die SPD ihren Hinweis auf die Ratssitzung und verkennt dabei (wie alle anderen) vollkommen, dass das „Kino“ tatsächlich nur der Hebel ist, alle sorgsam entwickelten Pläne und Bekenntnisse zu einer Unterstützung und Entwicklung der Innenstadt außer Kraft zu setzen.

In wenigen Jahren werden wir feststellen, dass wir nur noch die Wahl zwischen einem Museumsdorf und einem innenstadtweiten Factory-Outlet haben werden, wenn wir überhaupt noch Menschen in die Innenstadt locken wollen, während an der Bundesstraße das Kino seine Türen hat schließen müssen und nur mehr der Discount-Einzelhandel verhindert, dass auch in den Klinkerbunkern die Lichter ausgehen. Auch Kindergärten werden, bis dahin, noch einige gebaut und dann wieder geschlossen.

Nur die Investoren werden dabei immer ihren Schnitt gemacht haben.

Und alle anderen müssen eben damit leben.

So ist das (nicht nur) in Lüdinghausen.

Ich bin dagegen!


Bild: DE255 (Ausschnitt)

Kommentare ( 3 )

  • Lieber Klaus, zumindest in einem Punkt hast du nicht Recht. Ich habe schon bei der ersten Vorstellung des Kinos auf die Problematik der „Neuen Mitte Lüdinghausen“, gerade im Zusammenhang mit dem REWE hingewiesen.

    • Willi, für meine so unzulässige wie generalisierende Falschaussage müsste ich mich eigentlich entschuldigen! Tatsächlich gab es sehr früh auch in anderen Parteien schon Stimmen, die genau das vorhergesehen haben. Leider war das aber wie ein Rufen im Sturm – niemand hat sie gehört. (Und mit niemand meine ich jetzt auch nicht wirklich „alle“, sondern „die meisten“).

      In der Kommentierung von politischer Diskussion neige ich manchmal zur Überspitzung. Deshalb ist es vermutlich auch besser, beim Kommentieren zu bleiben, statt selbst (Gremien-)Politik zu machen. ;-)

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