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Der Schulz!!! im Wohnzimmer der Sozis – Stadthalle Kamen, 12.03.2017

Kamen – Ein Besuch des designierten Kanzlerkandidaten und ebenso designierten Parteivorsitzenden der SPD in der Stadthalle in Kamen, das ist in etwa so, wie wenn der BVB mit der ersten Mannschaft im Rote-Erde-Stadion antritt. Oder Stefan Stoppok in der Zeche Carl. Immer ausverkauft. Immer voll. Immer gemütlich. Immer lauter Bekannte an den Bierständen. Gute Stimmung garantiert. Heimspiel! Rock & Roll! So war es auch heute.

Das Vorprogramm habe ich verpasst. Das lag zum einen an familiären Unpässlichkeiten und zum anderen daran, das sowohl die Schlange, als auch die Sicherheitskontrollen derselben, äußerst seriös waren. Der Ex-Genosse Guido Reil & seine paar alternativen Konsorten vor der Tür trugen allerdings erheblich zur Verkürzung der Wartezeit bei. Wenn die nicht gemerkt haben, wie lächerlich ihre Wirkung war, dann steht uns tatsächlich ein “unterhaltsamer” Wahlkampf bevor. Und wenn sie es bemerkt haben, dann sitzen sie jetzt zuhause und schämen sich.

Hannelore habe ich also nicht sprechen gehört – dabei wäre gerade ihre Rede interessant genug gewesen, an dieser Stelle angerissen zu werden. Denn es gibt kein Vertun. Wenn sich in NRW jenseits einer großen Koalition keine Perspektive mehr findet das Land zu führen, dann sehen viele Menschen – auch in ihrer Partei – auch keine mehr für ihre Ministerpräsidentin.

Ich persönlich bin mir über ihre heutige Situation nicht sicher. Das hat soviel mit ihrer Person und individuellen Performance, wie mit ihrer rot/grünen Bilanz zu tun. Sicher allerdings bin ich, dass sie und der – noch gar nicht final eröffnete – Wahlkampf der NRWSPD von, mit und durch Martin Schulz heute schon in Maßen profitiert hat, die den besten Freund der Bundeskanzlerin, Herrn Laschet (CDU), vermutlich daran zweifeln lassen, ob es tatsächlich eine gute Idee gewesen ist auf die Fortsetzung seiner Karriere in NRW zu setzen.

“Der Schulz” hat – das kann er wirklich – gesprochen, wie einer, der weiß, das die Leute sich zunächst einmal in einer Rede wiedererkennen müssen, um überhaupt von einem solchen Vortrag etwas mit nach Hause zu nehmen. Und zur Wiedererkennung hat er alles angeboten, was er hatte. Das kann man mit der (Sozial-)Populismus-Klatsche strafen – man kann aber auch einfach von einer Zielgruppen spezifischen Ansprache sprechen. Und diese Ansprache hat Martin der in Kamen gegebenen Zielgruppe entsprechend, sehr präzise gefunden.

Sigmar Gabriel konnte das übrigens auch ziemlich gut. Sein Problem war immer, dass die Leute sich in ihm nicht wiedererkennen wollten.

Martin Schulz “ist” – im Moment – die SPD… das erkennen die Leute. Und sie erkennen sich selbst.

Das ist auch schon die ganze Erklärung für den Hype um die Person des Kandidaten.

Und das ist wohl was sie wollen.

Ich kann sie verstehen!

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